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Nachbericht: Kollegin KI bleibt im Büro – hybride Teams im Praxistest
Nachbericht: Kollegin KI bleibt im Büro – hybride Teams im Praxistest
© Leadersnet/D. Mikkelsen

Nachbericht: Kollegin KI bleibt im Büro – hybride Teams im Praxistest

Am 28. April 2026 verwandelte sich die legendäre Eden Bar in Wien wieder zum Netzwerk-Zentrum der heimischen Kommunikationsbranche. Die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien startete in die nächste Runde ihrer exklusiven Business-Talk-Reihe Reden in der Eden. Stargast war diesmal der Digitalökonom, Keynotespeaker, Autor und AI Program Director bei der WU Executive Academy Martin Giesswein.

Wir befinden uns im globalen Wettbewerb um die technologische Vorherrschaft. Die erste Phase – den Aufbau von digitalen Plattformen – hat Europa seit der Jahrtausendwende erfolgreich verschlafen. Umso wichtiger ist es, jetzt die entscheidenden Weichen für die Zukunft zu stellen. Denn während sich das Wohlstands- und Wettbewerbs-Rennen früher auf Industrie, Energie und Handel beschränkte, sind heute Daten, digitale Infrastruktur und algorithmische Intelligenz entscheidend. Eine reale Chance für Europa sieht der Digitalökonom und AI Program Director bei der WU Executive Academy Martin Giesswein: „In erster Linie geht es auch im Jahr 2026 um menschliche Mitarbeitende. Die europäische Wirtschaft steht vor der Herausforderung, den Arbeitsmarkt für Talente zu attraktivieren, die keine Berührungsängste haben und in MenschKI-Systemen die Zukunft gestalten.“ In die Hände spielt Europa dabei die lange Tradition seines Erfindergeists, seiner First-Mover-Kultur und die jahrhundertealte Ingenieurskunst.

Die nächsten zehn Jahre sind entscheidend

Die digitale Transformation ist längst in der heimischen Wirtschaft angekommen. Selbst der kleine Tischler hat zumindest einen Online-Auftritt, wenn nicht sogar ein digitales Bestellsystem. Heute geht es allerdings nicht mehr um den Einsatz einzelner Technologien, sondern darum, die digitale Zukunft gemeinsam mit den Mitarbeitenden zu gestalten. „Im Change Management müssen wir die Perspektive von der technologischen Sicht auf die Nutzensicht ändern. Dazu gehört auch der Einsatz von KI – nicht, um Mitarbeitende zu ersetzen, sondern ihre Arbeit zu erleichtern“, sagt Giesswein. Der Digitalpionier empfiehlt Unternehmen, das Know-how der eigenen Mitarbeitenden zu nutzen. „Die meisten Menschen verwenden Smartphones, Tablets, Laptops, bewegen sich in sozialen Netzwerken und haben keine Ressentiments gegenüber digitalen Lösungen. Mit diesem Know-how können Unternehmen gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden in einen natürlichen Transformationsprozess gehen und effiziente MenschKI-Systeme kreieren“, so Giesswein.  

KI hat einen sozialen Effekt

In der technik-affinen Kommunikationsbranche ist die Zusammenarbeit mit KI-Lösungen längst Realität. Aber Arbeitsrealitäten unterscheiden sich. Während Bürotätigkeiten dank Digitalisierung längst remote und im Homeoffice durchgeführt werden können, müssen viele Menschen ortsgebunden arbeiten – etwa in Supermärkten, Krankenhäusern oder auf Baustellen. Die Digitalisierung betrifft die arbeitende Bevölkerung in unterschiedlicher Ausprägung und hat somit auch einen sozialen Effekt. „Wir müssen Flexibilität technisch und kulturell verstehen und dementsprechend Rahmenbedingungen schaffen. Uberpreneure, also beispielsweise Essenszusteller, sind zwar selbständig, arbeiten aber für digitale Plattformen. Neue technologiegetriebene Arbeitsverhältnisse dürfen nicht zur Scheinselbständigkeit führen. Das Ziel einer digitalisierten Gesellschaft muss sein, die Arbeit so zu gestalten, dass sich die Menschen damit wohl fühlen“, sagt Giesswein.  

Learnings aus dem Nokia-Moment

Wie schnell ein Weltmarktführer abstürzen kann, wenn er die Zeichen der Zeit zu spät erkennt, führte unter anderem Nokia in den 2010er-Jahren vor. Ein entscheidendes Kriterium für das Scheitern des Konzerns sieht der ehemalige Nokia-Manager Giesswein in der Unternehmenskultur: „Mitarbeitende wie ich wurden nicht dazu motiviert, gemeinsam neue Lösungen zu finden. Wir wurden dafür incentiviert, bestehende Produkte zu verkaufen, die im globalen Technologie-Wettbewerb nicht mehr mithalten konnten. Nokia hat das digitale Business nicht verstanden.“ Der Digitalökonom empfiehlt den heimischen Unternehmen, daraus zu lernen, die digitalen Kompetenzen der Menschen zu stärken und die Digitalisierung als gesellschaftliches Thema zu begreifen. Denn auch wenn Kollegin KI scheinbar im Büro bleibt, ist sie in Wahrheit immer dabei – über Smartphones, Smartwatches, Smart-TVs und zahlreiche andere Hubs hat sie längst den Weg in unseren Alltag gefunden. Und dieses Begeisterung sollten wir auch fürs Business nutzen, empfahl der Experte abschließend.      

Martin Giesswein 

ist AI Program Director an der WU Executive Academy. Das Programm ermöglicht Führungskräften und Unternehmen den Wissenstransfer in die neue KI-Realität – strategisch, praxisnah und mit Blick auf verantwortungsvolle Anwendung.

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WKO Dunkel

Werbung Wien

28.04.2026

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