
Umfrage zur Pitch-Kultur: Die Ergebnisse
Große Aufwände, fehlendes Feedback, zu wenig Bewusstsein, das ist das Fazit: Die Ergebnisse der Umfrage zur Pitch-Kultur in Österreich sind da.

198 Personen aus der Kreativwirtschaft haben an der Umfrage der Fachgruppe Werbung Wien zur Pitch-Kultur in Österreich teilgenommen, davon 85 % aus Wien. Mehr als die Hälfte haben in den letzten 2 Jahren an 2-5 Pitches teilgenommen, ein Viertel an 6-10: Pitches sind somit im vielen Fällen fixer Bestandteil des Arbeitsalltags – mit entsprechendem Aufwand an Zeit und Mitarbeitenden: Die Hälfte der Befragten hat angegeben, 10-30% der Arbeitszeit für Pitches aufzuwenden, bei einem Zehntel sind es sogar bis zu 50%. In absoluten Zahlen: Knapp ein Drittel arbeitet 50-100 Stunden an einem Pitch, ein weiteres Drittel über 100 Stunden, bei 10% bis zu 500 Stunden. 8 von 10 Befragten arbeiten für gewöhnlich in Teams von zwei bis fünf Personen, bei immerhin 15% sind es sechs bis 15. 80% empfinden die Vorbereitungszeit als zu kurz.
Besonders in Sachen Feedback fällt die Kritik scharf aus: Ein Drittel sagte, dass es entweder kein Feedback gibt, ein weiteres Drittel, dass es nur auf Nachfrage geschehen würde. Zwei Drittel gaben an, dass für gewöhnlich keine Gründe für die Absage angegeben würden. Knappe 40% fühlten sich sehr oft oder oft geghostet. Etwa ein Drittel hat angegeben, dass die eingereichte Idee schon mal ohne Auftrag genutzt wurde.
Und das Honorar? Nur in 15% der Fälle gibt es laut den Ergebnissen ein Abschlagshonorar von mehr als 2.500 Euro, die Hälfte sprach von 1.000 bis 2.500 Euro, ein Drittel von einem Honorar bis zu 1.000 Euro. 40% der Befragten würden unbezahlte Pitches in Zukunft ausschließen.
Auch was die Chancengleichheit betrifft, geben die Zahlen ein klares Bild ab: 56% finden, dass die Beteiligten keine gleichen Chancen hätten. Ein Drittel empfindet den Prozess eher bis sehr unfair, derselbe Anteil hat das Gefühl, dass Pitches zur Sammlung von Gratisideen genutzt würden.
Was bereits bestehende Richtlinien oder Empfehlungen betrifft, könnte noch mehr Bewusstseinsbildung passieren: Mehr als die Hälfte kennt die IAA Quality Pitch Charta nicht, fast zwei Drittel haben noch nie von den WKO-Leitlinien für Ausschreibungen gehört. Mehr Bewusstseinsbildung wünschen sich auch ganze 94%, 91% sprachen sich für verpflichtende Regeln bei Pitches aus, drei Viertel für ein Zertifikat für faire Ausschreibungen.
PS: Wir danken allen Ausschreibenden und anderen Stakeholder:innen, die an den entsprechenden Umfragen teilgenommen haben. Es waren nur sehr wenige, darum sind die Ergebnisse nicht repräsentativ. Die Inputs, die ihr dagelassen habt – auch in den offenen Fragen – nehmen wir natürlich für die weiteren Schritte auf.
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